Engerlinge im Garten

Sag mir, was du frisst und ich sage dir, wer du bist! ;-)
"Nützling" oder "Schädling"?
Vorweg: Alle sollten leben dürfen!

Fortbewegungstest

Larven von Rosenkäfer, Maikäfer und Junikäfer sehen sich sehr ähnlich. An ihrer Fortbewegungsart jedoch kann man sie leicht unterscheiden: Rosenkäferlarven bewegen sich auf dem Rücken liegend robbend, Maikäferlarven gekrümmt und seitlich liegend, nur Junikäferlarven krabbeln.

Die einzelnen Käfer im Porträt

Alle erwähnten Arten gehören zur Familie der Blatthornkäfer. Ihren Namen haben sie von den Fühlern der Männchen, die breit aufgefächert sind, um die Lockstoffe der Weibchen über Kilometer weit erschnuppern zu können.

Rosenkäfer - ein "fliegender Edelstein"

Der erwachsene Rosenkäfer ernährt sich vorwiegend von Pflanzensäften und Pollen an Bäumen und Blüten.
Rosen, Doldenblütler, Spiersträucher, Pfingstrosen, Wiesenraute, Brombeere, Apfel-, Holunder- oder Rhabarberblüten, u.v.m. üben große Anziehungskraft auf ihn aus.

Die Larven/Engerlinge leben im Boden und ernähren sich fast ausschließlich von abgestorbenem Pflanzenmaterial.
Große Engerlinge im Kompost und im Gemüsebeet sind daher fast immer Rosenkäferlarven!

Der Gemeine Rosenkäfer steht unter Naturschutz! Es kann vorkommen, dass der Rosenkäfer an den Staubgefäßen der Blüten frisst. Teilweise können einzelne Blüten völlig ausgefressen werden, doch ist der Schaden vernachlässigbar.

Maikäfer

Maikäfer mit ihren markanten Fühlern, den braunen Flügeldecken und den dreieckigen weißen Seiten galten früher durch ihre Massenflüge zur Abenddämmerung als Schrecken der Landwirtschaft, besonders an Laubbäumen wie z.B. Apfelbäumen. Deshalb wurden diese Käfer nahezu ausgerottet. In Deutschland sind sie schon wieder weiter verbreitet als in Österreich doch auch bei uns kommen sie langsam zurück.

Adulte Tiere fressen Blätter von Laubbäumen, Sträuchern und Stauden. Die Engerlinge knabbern ihre ganze Entwicklungszeit, etwa 4 Jahre lang, an Wurzeln, weshalb mitunter 3 Larven pro m² Boden ein Problem darstellen können. Gleichzeitig sind sie jedoch wertvolle Nahrung für andere Nützlinge wie Vögel, Maulwurf, Spitzmaus, Fledermaus, Eidechse, Schlange etc.

„Junikäfer“

Junikäfer schwärmen erst ab Ende Mai und werden in Anlehnung an den gut doppelt so großen Maikäfer landläufig als „Junikäfer“ bezeichnet. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich allerdings eine ganze Reihe von Arten wie Getreide- und Gartenlaubkäfer, Brachkäfer, u.a. Ihnen gemein sind Aussehen, den Erwachsenen eine Vorliebe für frische Blätter und ihren Larven für ebenso frische Wurzeln.

Trotzdem „eindeutig keine Problemtiere", betont ein Experte vom Naturschutzbund Bremen.

Kurioses

Für die menschliche Ernährung wurden Maikäfer ebenfalls genutzt – nicht nur in Notzeiten. „Unsere Studenten essen die Maikäfer ganz roh, ganz wie sie sind und nicht wenige ohne den geringsten Nachteil“, wusste zum Beispiel die Fuldaer Zeitung 1925. „In vielen Konditoreien sind sie verzuckert zu haben, und man isst sie kandiert in Tafeln zum Nachtisch.“ Auch ein Rezept für Maikäfer-Bouillon ist überliefert: „Man nehme die Maikäfer, reiße ihnen Flügeldecken und Beine ab, röste ihren Körper in heißer Butter knusprig, koche sie dann mit Hühnerbrühe ab, tue etwas geschnittene Kalbsleber hinein und serviere das Ganze mit Schnittlauch und gerösteten Semmelschnitten.“

 

 

 


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